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AUFLÖSUNG ZUM MONATSRÄTSEL AUGUST 2026

OROSTACHYS SPINOSA

Dieses Detail habe ich im August in meinem Garten fotografiert
Herrn Karl-Heinz Neuwirth verdanke ich, wie schon so oft, viele wertvolle Hinweise für diese Webseite


Das Rätselbild ist dem folgenden Foto entnommen:

Rosetten der "Crassula spinosa", Detail aus dem folgenden Bild:

Crassula spinosa
Reproduktion aus
Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin (*1727, +1817)
Fragmenta botanica, figuris coloratis illustrata ab anno 1800 ad annum 1809
per sex fasciculos edita, Taf. 127, Fig. 1
Missouri Botanical Garden, Peter H. Raven Library https://www.biodiversitylibrary.org/item/10273#page/219/mode/1up

Orostachys spinosa, von Jacquin Crassula spinosa genannt (s. Abbildung weiter oben),
wird manchmal auch als Sternwurz bezeichnet. Sie gehört zur Familie
der Dickblattgewächse (Crassulaceae).
Der Name Orostachys setzt sich aus den griechischen Wörtern óros (Berg) und stáchys (Ähre) zusammen, spinosus = dornig.

In der Erstbeschreibung von Carl von Linné in Species Plantarum, Band I, S. 429,
wird sie 1753 als Cotyledon spinosa genannt:
Cotyledon
4. spinosa / Cotyledon foliis oblongis spinoso-mucronatis/ caule spicato. /
Habitat in Sibiria. D.Gmelin./
Habitus speciei 3, Folia integra spina setacea termina- / ta flores quinquepartiti.

(in der Übersetzung von Karl-Heinz Neuwirth aus Hildesheim:
Cotyledon / Nabelkraut / 4. spinosa / dornig, Blätter länglich mit Dornenspitze,
der Blütentrieb eine Ähre. Blätter ganzrandig, mit einem pfriemlichen Dorn endend,
die Blüten fünfzählig.
)

Crassula foliis planiusculis, mucromatis caule erecto simplicissimo, spica simplici

Reproduktion aus:
Johann Georg Gmelin: Flora Sibirica, sive historia plantarum Sibiriae, Tomus IV, Tab. LXVII
ETH-Bibliothek Zürich, https: www.e-rara.ch/zut/content/zoom/4678468

Von Linné wird Gmelin genannt, zu dem Karl-Heinz Neuwirth / Hildesheim schreibt:

Gmelin, das war Johann Georg Gmelin (1709–1755). Auf der "Großen Nordischen Expedition" (1733–1743) entdeckte er etliche Pflanzen, der Wissenschaft noch unbekannt, von denen er Herbarexemplare zwecks genauer Bestimmung an Linné schickte, und Cotyledon 4. spinosa war mit Sicherheit dabei. Gmelin selber verfasste eine Flora Sibirica, doch da er bereits 1755 starb, hatte er keine Gelegenheit mehr, die Cotyledon selber bekanntzumachen. Das erledigte sein Neffe Samuel Gottlieb Gmelin (1744–1774) in Band 4, doch der erschien erst 1769, Linné hatte also einen Vorsprung von 16 Jahren. Hier heißt die Pflanze allerdings nur Crassula, doch der Text ist ausführlich, die „Diagnosen“ eindeutig, und Linné dürfte sich daran bedient haben, denn so etwas stand auf guten Herbarexemplaren vermerkt. 

Mein Exemplar habe ich zusammen mit Hauswurzen erworben, es war auch als Hauswurz bezeichnet. Mir ist die besondere Rosettenform aufgefallen, und diese hat sich dann als Orostachys herausgestellt. Die hohe Blüte ist bei Jacquin (s. oben) abgebildet; sie zeigt sich aber erst nach einigen Jahren. Vielleicht erlebe ich das noch!
Kleine Ableger entwickeln sich häufig; auf meinem Bild sind drei davon zu sehen (unten, rechts und oben). Ich zeige davon Details in den folgenden Bildern.

Detail aus vorstehendem Bild

Auch dieser kleine Ableger hat schon wieder Ableger!

Detail aus vorstehendem Bild

Das Zentrum der Rosette zeigt die erstaunliche Regelmäßigkeit der Schuppen-Anordnung,
sie entspricht der Fibonacci-Spirale, die es links- und rechtsdrehend gibt.
Die Fibonacci-Spirale finden wir beispielsweise auch bei der Sonnenblume.

Näheres auf der Webseite des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Berlin:

Leonardo da Pisa, auch Fibonacci genannt (1170-1240), entdeckte die Fibonacci-Folge:
Man startet mit einer 1, dann folgt noch eine 1 und jede weitere Zahl berechnet man als Summe der beiden Vorgänger: 1; 1; 2; 3; 5; 8; 13; 21; 34; 55; 89; 144; 233; 377 …

https://droste-berlin.de/lernen-an-der-droste/faecher/mathematik/fibonacci-zahlen/

Fotos: Copyright Dr. Waltraud Neuwirth, Wien
Reproduktionsnachweis wird bei den Abbildungen angegeben

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