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AUFLÖSUNG ZUM MONATSRÄTSEL FEBRUAR 2026

Dieses Rätsel habe ich am 30. Jänner 2026 auf dem Cobenzl fotografiert

EICHENMISTEL (LORANTHUS EUROPAEUS)

Dieses Rätselbild ist dem folgenden Foto entnommen:

Die Eichenmistel (Loranthus europaeus) gehört wie die weißbeerige Mistel (Viscum album) zu den Riemenblumengewächsen (Loranthaceae). Sie ist ein sogenannter Halbschmarotzer

Schon in alten Kräuterbüchern wird die Eichenmistel erwähnt:

Gepülfert Eichenmistel / mit Aqua vitae getruncken / vertreibt das Fieber und den Schlag. Also genützt / vertreibt er den Schwindel und Geschwulst deß Leibs. Für den fallenden Siechtagen einen Ring getragen / dabey der Eichenmistel sey. Eichenmistel gessen / läßt nicht Aussätzig werden / Vogelleim wird gemacht auß den unzeitigen Beerlein der Misteln / wann sie noch grün seyn . . . Wem die Lung und Leber faulet / der soll Eichenmisteln in Wein sieden / und nüchstern trincken / er wird wiederum gesund . . .

Zitat aus: Adam Lonicer, Kräuterbuch, 1679

 

                                                           Reproduktion aus:                                                                                 Karl Schumann – Ernst Gilg: Das Pflanzenreich                           (Hausschatz des Wissens, Abtlg. V/Bd. 7) Neudamm 1897

In diesem Waldstück im Schnee liegen die Beeren der Eichenmistel

Und hoch oben in der Krone der Eiche haften noch die Mistelbuschen, die ja im Herbst ihr Laub abgeworfen haben

                                Die Eichenblätter, auf denen die Mistelbeerenliegen,                                       bezeugen die Herkunft des Namens

Ich habe sie heuer im Jänner erstmals auf dem Cobenzl entdeckt

 

Die Veränderung der Beere im Laufe der Zeit

 

Schumann–Gilg (s. oben): "Scheinfrucht beerenartig, mit saftreicher, klebriger Mittelschichte. Samen mit stielrundlichem Keimling im reichlichen Nährgewebe."

Als Beere nicht mehr zu erkennen . . .

Totale Auflösung

Riemenblume / Loranthus europaeus L.
Reproduktion aus:
Schlechtendal-Langethal-Schenk: Flora von Deutschland,
5. Auflage (verbessert von Hallier),
                    Gera-Unternhaus, 30 Bände 1880-1887, 9. Band, Tafel 824, Text S. 38–39

Auf dem Waldboden, auf Eichenblättern oder Moos liegend, fand ich noch viele gelbe Früchte

Im Winter, entlaubt, zeigen die Kronen der Eichen bizarre Astgestalten, und die jetzt beeren- und blattlosen Eichenmisteln sind gut wahrzunehmen

Wahrscheinlich hätte ich sie sonst gar nicht wahrgenommen, aber im Winter hebt sich das Gelb der Beeren von Schnee und Eis besonders ab

Die Flecken von Eis und Schnee auf dem Waldboden sind zwar begehbar, aber den glatten Weg (links) habe ich vermieden, die Rutschgefahr ist groß . . .

Hoch oben auf manchen Bäumen anderere Waldregionen haben sich die Krähen zur Abendrast niedergelassen.

                                                         

 

Fotos: Copyright Dr. Waltraud Neuwirth, Wien

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